Interkulturelle Kompetenz modellieren und trainieren:

Standards fÜr die Fremdsprachenlehrerausbildung

 

Bärbel Diehr (Wuppertal):

Go out. Get involved. Gain experience:
(Inter-) Kulturelles Lernen im Auslandsschulpraktikum

 

Spätestens seit der Publikation der DESI-Studie (Deutsch Englisch Schülerleistungen International) ist bekannt, dass die Auslandskontakte von Lehrkräften als wichtiger Prädiktor für die interkulturelle Qualität des Englischunterrichts einzuschätzen sind (Göbel & Hesse 2008: 402). Die Auffassung, dass ein Aufenthalt im Zielsprachenland zur professionsorientierten Ausbildung zukünftiger Fremdsprachenlehrkräfte unverzichtbar hinzugehört, hat nun auch Eingang in die nordrhein-westfälische Lehrerbildungsreform gefunden: „Das Studium moderner Fremdsprachen umfasst mindestens einen Auslandsaufenthalt von drei Monaten Dauer.“ (§ 11 (7) LABG 2009) Diese im Kern richtige Regelung darf jedoch nicht als Garant für interkulturellen Zugewinn und automatische fremdsprachliche Lernzuwächse missverstanden werden. Vielmehr haben gerade jene Studien, in denen die sogenannten Sprachbad-Mythen (Ehrenreich 2008) aufgedeckt wurden, zeigen können, dass es besonderer Anstrengungen und sorgfältiger Vorbereitung bedarf, damit Auslandsaufenthalte die gewünschte Wirkung entfalten. Der Beitrag zielt darauf ab, ein Programm vorzustellen, mit dem Studierende der Bergischen Universität Wuppertal (wie zuvor bereits Studierende der PH Heidelberg) ein drei- bis viermonatiges Schulpraktikum in England oder Wales absolvieren können. Sie durchlaufen ein maßgeschneidertes Vorbereitungsprogramm, das darauf abzielt, dass die PraktikatInnen nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch ihr kulturelles Wissen und ihre interkulturelle Kommunikations- und Konfliktfähigkeit erweitern. Kurz: Es dient der Weiterentwicklung der zukünftigen Fremdsprachenlehrerpersönlichkeit. Der Beitrag schließt mit vergleichenden Evaluationsergebnissen, die durch den Prä- und Post-Praktikumseinsatz des EPOSTL (European Portfolio for Students of Languages) in den jüngsten Praktikumsjahrgängen 2009 und 2010 gewonnen wurden und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Schließlich gilt auch hier: There is always room for improvement.

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