ASiS-Anforderungskatalog an schulsporttaugliche Korrektionsmöglichkeiten - Schulsportbrillentest

RUB-Schulsportbrillentest 2018
RUHR-UNIVERSITÄT BOCHUM
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ASiS-Anforderungskatalog an schulsporttaugliche Korrektionsmöglichkeiten

Der ASiS-Anforderungskatalog „Schulsporttaugliche Brille“ soll als Leitbild für die Brillen-/Sportbrillenhersteller dienen bzw. Produktstandards setzen. Er wurde im Konsens zwischen Experten/Vertretern der Verbände (BVA, ZVA, WVAO, VDCO) sowie der Wissenschaft (Sportmedizin, Ruhr-Universität Bochum) vom Runden Tisch der ASiS „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“ erstellt (ASiS bis 2015 Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport, danach Arbeitsgemeinschaft Sehen im Sport).
Der Anforderungskatalog unterscheidet:
Schulsporttaugliche Brillen (auch alltagstauglich), die einerseits die Anforderungen an den Einsatz im Schulsport erfüllen – d.h., diese dürfen z.B. in Unfallsituationen kein zusätzliches Risiko für (Augen- und Gesichts-)Verletzungen darstellen, ggf. aber auch im Alltag/außerhalb des Schulsports verwendet werden können. Sie bieten keinen optimalen Augenschutz!
Schulsporttaugliche Brillen (plus Augenschutz), die neben den o.g. Anforderungen zusätzlich deutlich höhere Anforderungen an den Augenschutz im Schulsport erfüllen („schulsporttauglich plus“). Sie sollten z. B. bei Sportarten mit erhöhtem Augenverletzungsrisiko sowie von (funktionell) einäugigen Kindern verwendet werden, um das verbliebene „gesunde Auge“ zu schützen.
Schulsporttaugliche Brille mit Alltagstauglichkeit

  • Die Fassung muss stabil und bei Ballkontakt bruchsicher sein und darf keine scharfen Kanten besitzen.
  • Die Fassung muss fest am Kopf sitzen (z.B. mittels Gespinstbügeln oder besser Kopf-/Haltebändern) und so groß sein und so hoch sitzen, dass sie sich beim Aufprall von vorne an den knöchernen Rändern der Augenhöhle abstützt. Kopf-/Haltebänder sollten zweigliedrig (am besten mit Klick- oder Klettverschlüssen) und (für das Tragen der Brille im normalen Unterricht/Alltag) abnehmbar sein [1].
  • Die Nasenauflage sollte den Nasenrücken mit einbeziehen und anpassbar sein. Die Weichpolsterung sollte auch aus hygienischen Gründen auswechselbar sein.
  • Die Gläsereinfassung des Gestells muss (funktionell) gewährleisten, dass die Scheiben (bei Ballkontakt) nur nach außen (vom Auge weg) herausfallen können.
  • Die Scheiben/Gläser müssen aus Kunststoff (z.B. Polycarbonat, Trivex, PNX 1.53) bestehen und ohne scharfe Kanten (Schnittverletzungen) sein.
  • Die Brille sollte das Gesichts- und Blickfeld möglichst wenig einschränken.
  • Die schulsporttaugliche Kinderbrille darf z.B. in Unfallsituationen kein zusätzliches Risiko für (Augen- und Gesichts-)Verletzungen darstellen.

[1]  Notwendiger Herstellerhinweis: Die Brille ist aber nur mit befestigtem Kopfband „schulsporttauglich“!
 
Schulsporttaugliche Brille „plus Augenschutz“

  • Die Fassung muss stabil und bruchsicher sein und darf keine scharfen Kanten besitzen. Die Brille muss (z.B. an Nase, Schläfen) gut gepolstert sein; wenn Scharniere und Bügel vorhanden sind, müssen diese abgepolstert (ummantelt) sein.
  • Die Fassung muss fest am Kopf sitzen mittels individuell einstellbaren, am besten zweigliedrigen Haltebändern (am besten mit Klick- oder Klettverschlüssen) und so groß sein und so hoch sitzen, dass sie sich beim Aufprall von vorne an den knöchernen Rändern der Augenhöhle abstützt, damit die Augen nicht geprellt werden können.
  • Die Nasenauflage muss den Nasenrücken mit einbeziehen, möglichst weich und anpassbar sein. Die Weichpolsterung (Nasenauflage aber auch ggf. seitliche Polster/Silikonpads) sollte auch aus hygienischen Gründen auswechselbar sein.
  • Die Gläsereinfassung des Gestells muss (funktionell) gewährleisten, dass die Scheiben (z.B. bei Ballkontakt) nur nach außen (vom Auge weg) herausfallen können.
  • Die Scheiben/Gläser müssen aus Kunststoff (z.B. Polycarbonat, Trivex, PNX 1.53) bestehen und ohne scharfe Kanten (Schnittverletzungen) sein.
  • Die Brille sollte das Gesichts- und Blickfeld möglichst wenig einschränken.
  • Die Brille muss höhere Anforderungen (vgl. ANSI/ISEA-Standards) z.B. bei den Prüfkriterien „Kugelfall“ („Drop-Ball-Test“) und „High Mass Impact(-Test)“ erfüllen.
Alternativ können Kontaktlinsen verwendet werden, wenn z.B. die Sportart keine Brillen-Korrektion erlaubt (bei Kampf- und Wassersportarten „weiche“ Kontaktlinsen; v. a. bei Ausdauersportarten „harte“, formstabile Kontaktlinsen).

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