Dr. Eva Siebenborn

Lehre

Seminare seit dem Sommersemester 2017 am Romanischen Seminar der Ruhr-Universität Bochum (Siebenborn)

Wintersemester 2018/2019
Ü 051002: Einführung in die italienische Literaturwissenschaft

Zeit: Mo, 08-10h       Ort: GB 7/132                       Beginn: 15.10.2018                14 Termine

Der Einführungskurs richtet sich an Studienanfänger. Ziel des Seminars ist die systematische Schulung der literaturwissenschaftlichen Analysefähigkeit. Im Zentrum steht die Einführung der Analysekategorien der drei literarischen Großgattungen (Dramatik, Narrativik, Lyrik) und deren Anwendung an paradigmatischen Einzeltexten. Im Bereich der Dramatik wird die Komödie La Locandiera von Goldoni behandelt, im Bereich der Narrativik werden diverse Romananfänge und im Bereich der Lyrik ein bis zwei Gedichte aus Petrarcas Canzoniere gelesen und analysiert.
Alle Materialien werden in der Lernplattform Moodle bereitgestellt.
Teilnahmevoraussetzungen:

  • Italienischkenntnisse auf dem Niveau B1 (GeR)
  • Abschluss der propädeutischen Veranstaltungen des Moduls
  • Verbindliche Anmeldung über eCampus (vom 01.09.2018-29.10.2018).

Leistungsnachweis:

  • Abschlussklausur am 28.01.2018
  • Einreichen einer verschriftlichten Analyse eines narrativen, dramatischen oder lyrischen Textes / Textauszugs von ca. 3-4 Seiten bis zum 08.02.2018

 

PS 051011: Das italienische Madrigal zwischen Musik und Literatur (14.-16. Jh.)
Zeit: Mo, 16-18h       Ort: GB 7/132           Beginn: 15.10.2018                14 Termine
Das Seminar widmet sich einem kulturell wirkmächtigen Faktor der italienischen Renaissance: dem Madrigal. Der Begriff ist allerdings vieldeutig. Die Literaturwissenschaft versteht unter diesem Begriff eine weniger strenge Gedichtform, die verschiedene metrische und strukturelle Realisierungsmöglichkeiten aufweist; die Musikwissenschaft bezeichnet damit hingegen eine bestimmte Art der Vertonung eines Gedichts, wobei die Textgrundlage oft ein Sonett, eine Ode, Canzonen-, Sestinen- oder ottava-Strophe darstellt, aber kaum je das, was man in der Literaturwissenschaft ein Madrigal nennen würde. Die Erforschung des Madrigals bedarf daher einer interdisziplinären Betrachtung, was in der Forschung oft durch fachgebundene Perspektivik verhindert wird.
Hauptziel des Seminars ist die Erstellung eines gemeinsamen Endprodukts, nämlich eines Wikis in Moodle, zu dem jede/r Studierende einen eigenen Textbaustein abliefert. Hauptziel des Seminars ist die Heranführung der Studierenden an das wissenschaftliche Schreien. Weitere Ziele sind der Ausbau der Fähigkeit, einen Forschungsstand wiederzugeben und kritisch zu reflektieren; die Fähigkeit, die Beiträge der anderen unter der eigenen Forschungsperspektive zu rezipieren; die Kompetenz, die einzelnen Ergebnisse zu diskutieren und gemeinsame Forschungsfragen zu entwickeln. Da der Forschungsprozess in einigen wesentlichen Stationen abgebildet wird, weist das Seminar Anteile forschenden Lehrens und Lernens auf:
Der Arbeitsprozess gliedert sich während des Semesters in vier Etappen, nämlich in...
1. ...eine gemeinsame Vorbereitungsphase (Präsenzphase), die der Grundlegung eines verbindlichen gemeinsamen Wissensbestands und der Klärung der Arbeitsaufträge dient.
2. ...eine Schreibphase (Onlinephase), in der die individuellen Textbausteine entstehen (Forschungsliteratur wird meist bereitgestellt).
3. ...eine Überarbeitungsphase (Präsenz- und Onlinephase) mit gegenseitigem Feedback und der Erarbeitung von Forschungsfragen.
4. ...eine Vertiefungsphase (Präsenzphase), in der die Forschungsfragen anhand paradigmatischer Texte oder Probleme aufgearbeitet werden.
Das Seminar wird von zwei e-Tutoren begleitet, die den Studierenden bei allen technischen Fragen zur Seite stehen.
Für das termingereichte Durchlaufen aller Etappen des Schreib- und Forschungsprozesses bis zur Einarbeitung des eigenen Textbausteins werden 2 CP vergeben. Das Seminar bietet aufgrund seiner handlungs- und produktorientierten Disposition gute Voraussetzung für die Abfassung einer Hausarbeit.
Das Passwort für den Moodle-Kurs kann ab sofort unter Eva.Siebenborn@rub.de erfragt werden.

Die Anmeldung zum Seminar ist spätestens ab dem 01.09.2018 über eCampus möglich.

 

Sommersemester 2018
Proseminar 050923              Französischer Petrarkismus
Termin: Di, 08:00-10:00h                 Beginn: 17.04.2018                          12 Termine
Ort: GB 7/31
Wenngleich der Begriff ‚Petrarkismus‘ in der Forschung als problematisch gilt, ist er als heuristischer Begriff nützlich, um sich demjenigen Phänomen französischer Lyrik des 16. Jahrhunderts zu nähern, das im Zentrum dieses Seminars steht: die nach Überbietung strebende Nachahmung und Variierung der lyrischen Modelle Petrarcas, die dieser insbesondere durch seinen Canzoniere hinterlassen hat. Die französische Nachahmung betrifft typischerweise die Gesamtanlage der Gedichtzyklen, sowie die Darstellung der darin besungenen und anagrammatisch verschlüsselten Frauenfiguren, sowie ein – oft in Relation zu anderen Konzepten gesetztes – antinomisches Liebesmodell, das mit einer Reihe von rhetorischen Stilmitteln und Gedankenfiguren einhergeht, die dieser ‚bittersüßen‘ ‚Schmerzliebe‘ entsprechen.
Das Hauptziel des Seminars besteht in der Förderung der lyrikspezifischen Lese- und Analysekompetenz. Im Mittelpunkt einer jeden Seminareinheit steht daher die detaillierte Analyse eines beispielhaften Gedichtes unter Hinzunahme historisch kontextualisierender Forschungsliteratur. Die thematischen Schwerpunkte, die die Analysen begleiten, richten sich u.a. auf diverse Liebeskonzeptionen, neuplatonische Vorstellungen der Kosmologie und Furor-Theorien. Es werden Gedicht aus folgenden Gedichtbänden behandelt:

  • Maurice Scève: Délie (1544)
  • Du Bellay: L’Olive (1549-1550)
  • Ronsard : Les Amours (de Cassandre) (1552)

Die Texte zu den jeweiligen Sitzungen werden in Moodle eingestellt. Es wird von allen Seminarteilnehmern erwartet, dass das jeweilige Gedicht im Vorfeld der Sitzung ausgedruckt, gelesen und bearbeitet worden ist.
Als vorbereitende Lektüre wird empfohlen:
Leeker, Joachim: Einführung. Streiflichter auf das 16. Jahrhundert in Frankreich, in: ders. (Hg.): Renaissance. Tübingen 2006, S. 1-24.
Der Text ist in Moodle zu finden. Das Passwort kann im Vorfeld per Mail an Eva.Siebenborn@rub.de erfragt werden.

 

Proseminar                          Pirandello
Termin: Mi, 16:00-18:00h                Beginn: 18.04.2018                          13 Termine
Im Zentrum dieses Seminars steht die Beschäftigung mit Auszügen aus Pirandellos philosophisch-poetologischer Schrift L’Umorismo sowie mit den Romanen Il Fu Mattia Pascal und Uno, nessuno e centomila.

 

Wintersemester 2017/2018

Proseminar 051007             Postmodernes Erzählen in Italien
Termin: Di, 08:00-10:00h                 Beginn: 17.10.2017                          13 Termine
Ort: GB 7/31
Postmoderne: Dieser schillernde, bald positiv, bald negativ besetzte Begriff ruft vielfältige Assoziationen hervor, wie z.B. Pop- und Massenkultur, das ‚Sampling‘ bzw. die Pluralität der Stile oder die Maxime ‚Anything goes‘. Des Weiteren lässt er an Kunstwerke von Andy Warhol, Keith Haring, an das Hundertwasserhaus in Wien oder die Fluxus-Bewegung denken. Nicht zuletzt indiziert das Begriffsfeld der Postmoderne (auch: postindustrielle Gesellschaft, Posthistoire) eine ästhetische Diskussion, die in den 1980er und 1990er Jahren den Gesamtdiskurs der (westeuropäischen) Gesellschaften durchdringt.
Welche Konsequenzen ergeben sich für die Literatur, wenn die Postmoderne aus philosophischer Perspektive als ‚Ende der großen Erzählungen‘ (François Lyotard) definiert wird und wenn gleichzeitig die poststrukturalistische Sprachphilosophie das Vertrauen in die Abbildungsfähigkeit von Schrift und die Darstellbarkeit von Realität verloren hat? Wie ist unter diesen Voraussetzungen der Akt des Erzählens (und des Lesens) möglich? Welche literarischen Mittel der Darstellung kommen dabei zum Tragen? Und wie manifestiert sich die seit den 1980er Jahren beobachtbare Rückkehr zur Handlung und zur Lesbarkeit von ‚Geschichten‘?
Diesen Fragen wollen wir im Seminar anhand von fünf italienischen Romanen hauptsächlich der 1980er und 1990er Jahre nachgehen, deren Autoren mit Ausnahme von Calvino den giovani scrittori bzw. der Generation der letteratura pulp angehören. Umberto Ecos Roman Il nome della rosa, Schlüsselroman der italienischen Postmoderne, bleibt aufgrund seiner Komplexität und Länge ausgeklammert. Folgende Romane werden untersucht:

  • Italo Calvino: Se una notte d’inverno (1979)
  • Andrea De Carlo: Treno di panna (1981)
  • Daniele Del Giudice: Lo stadio di Wimbledon (1983)
  • Antonio Tabucchi: Il filo dell’orizzonte (1986)
  • Alessandro Baricco: City (1999)

Fünf Romane – das klingt zunächst nach einer Überforderung, ist aber gut machbar, da die meisten Romane relativ kurz (zwischen 100-160 Seiten mit Ausnahme von City, ca. 360 Seiten), gut lesbar und kurzweilig sind. Zur ersten Sitzung am 17.10.2017 muss der Roman von Calvino eigenständig besorgt und gelesen sein. (Lektüretest!) Die restlichen Romane sollten im Laufe des Semesters angeschafft werden. Alle Romane sind problemlos im Internetbuchhandel erhältlich. Sinnvoll wären selbstorganisierte Sammelbestellungen.

 

Proseminar 051006             Hirtendichtung (Bukolische Literatur des Cinquecento)
Termin: Mi, 16:00-18:00h                Beginn: 18.10.2017                          13 Termine
Ort: GABF 05/606
Bukolische Literatur – dies ist der Sammelbegriff für eine Vielzahl je anders nuancierter Begriffe wie Hirtendichtung, Pastorale, arkadische Literatur, Satyrspiel, Schäferliteratur, Idylle, Madrigal, scena boscareccia oder favola pastorale. Ihr Personal: Orpheus und Eurydike, Thyrsis, Pan und Syrinx, Amyntas, Apollon und Daphne u.a. Ihr Ort: Arkadien. Polemisch gefragt: Was kann an einem arkadischen, auf den ersten Blick utopischen, der Lebenswelt entrückten Setting, in denen Schäfer, Nymphen und Ziegenhirten Schalmei und Flöte spielen und in Gesangswettbewerben die Liebe besingen, (literaturwissenschaftlich) interessant sein?
Aus gattungshistorischer Sicht ist die bukolische Literatur zunächst aufgrund ihrer poetologischen Unbestimmtheit und der daraus erwachsenden Hybridität und Flexibilität spannend. Dies zeigt sich u.a. darin, dass sie die Formen der Lyrik, des Romans und des Schauspiels annehmen kann, was teilweise schon in den oben genannten Bezeichnungen niedergelegt ist. Des Weiteren stellt sie ein Genre mit einem hohen metafiktionalen Gehalt dar, d.h.: Bukolik ist immer auch Literatur über Literatur. Da ihr Personal und ihre Handlungsstränge stets um Musik und Gesang kreisen, ist sie außerdem ein genuin musikalisches Genre.
Dies mag der Grund dafür sein, dass die Bukolik im Italien des 16. Jahrhunderts Fortüne macht. Die Pastorale strebt im Cinquecento zur Aufführung und präziser: zur musikalisch begleiteten, gesanglichen Aufführung. Dies zeigt sich am deutlichsten daran, dass die erste regelgetreue Oper, Orfeo (1607) von Claudio Monteverdi mit Texten von Alessandro Striggio, ein Pastoraldrama ist. Das Seminar eruiert die gattungstechnischen Bestimmungen sowie das metafik-tionale und musikalische Potential der Bukolik anhand folgender Texte:

  • Theokrit: Idyllen; Vergil: Bucolica; Ovid: Metamorphosen (jeweils Auszüge)
  • Jacopo Sannazaro: L’Arcadia (1504) (Auszüge)
  • Torquato Tasso: Aminta (1573)
  • Claudio Monteverdi / Alessandro Striggio: Orfeo (1607)

Tassos Aminta muss bis zur ersten Sitzung am 18.10. gelesen sein (Lektüretest). Die Textgrundlage kann entweder selbstständig im Internethandel erworben werden (bitte nicht als E-Book und nicht aus dem Verlag CreateSpace Independent Publishing Platform) oder ab dem 18.09. von Moodle heruntergeladen werden. Das Moodle-Passwort kann nach Anmeldung in Campus per Mail erfragt werden (Eva.Siebenborn@rub.de). Auch alle anderen Texte werden nach und nach in Moodle bereitgestellt werden.

 

Sommersemester 2017
Die Komödie des Cinquecento (Ariost, Machiavelli, Bibbiena)
Blockseminar
Termin:  Sa, 24.6., 10:15-13:45h (vorbereitende Doppelsitzung, obligatorisch)
  +  Mo, 31.7.-Fr, 4.8., jew. 9-16h
Um 1500 bildet sich in Italien die commedia erudita heraus. „Gelehrt“ ist diese Art der Komödie zum einen deswegen, weil sie – im Gegensatz zur zeitgleich wirkmächtigen Commedia dell’Arte – an den Sozialraum des Fürstenhofs gebunden ist und meist zu prächtigen Festen aufgeführt wird, zum anderen, weil sie aus der Wiederentdeckung und Rezeption der lateinischen Komödien (Terenz, Plautus) entsteht. Wenngleich die commedia erudita auf antike Muster zurückgreift, lassen sich auch Neuerungsbestrebungen ausmachen. Neuartig ist diese Art der Komödie zunächst, weil sie nicht auf Latein, sondern in der Volkssprache aufgeführt wird. Des Weiteren gründet sie sich nicht nur auf antike Prätexte, sondern auch auf Motive, die der italienischen Novellistik, insbesondere Boccaccios Decameron entliehen sind. Neu sind schließlich die Konzeptionen von Bühnenraum und Bühnenbild, die zentralperspektivisch konstruiert sind, und in der die Stadt, in der die jeweilige Komödie aufgeführt wird, gespiegelt wird. Interessant sind diese Komödien außerdem wegen ihrer raffinierten Täuschungsmanöver und Illusionsbildungen.
Im Zentrum dieses Blockseminars stehen drei paradigmatische Komödien: Ariosts Cassaria (Ferrara, 1508), Bibbienas Calandria (Urbino, 1513) und Machiavellis Mandragola (Florenz, 1518). Am Beispiel dieser Komödien werden wir die Spannung zwischen Renovation antiker Modelle und Neuerungsbestrebungen, die Verarbeitung verschiedener Prätexte lateinischer und novellistischer Herkunft und die Künste der Täuschung analysieren.
Die vorbereitende Sitzung ist obligatorisch und dient der Einführung in das Thema und der Vergabe von Referaten bzw. der Einteilung zu Expertengruppen. Die Komödientexte werden spätestens vier Wochen vor Beginn des Blockseminars in Blackboard eingestellt werden. Achten Sie bitte während des Semesters auf entsprechende Aushänge. Alle drei Komödientexte müssen vor Beginn des Blockseminars gelesen werden. Die Lektüre wird durch einen Eingangstest am 31.7. überprüft.

 

Übung: Vorbereitung auf Bachelorarbeiten und mündliche Bachelorprüfungen
Termin:  Mi, 14-15h (einstündig)     Ort: GABF 05/606
„Meine Bachelorprüfung ist in zwei Monaten, wie erstelle ich einen Zeitplan?“ / „Ich habe ein ungefähres Thema für meine Bachelorarbeit, aber wie formuliere ich, was ich in der Arbeit erreichen möchte?“ / „Ich habe noch so viele inhaltliche Fragen.“ / „Wie baue ich meine Bachelorarbeit auf?“ / „Es ist so viel Lernstoff, wo fange ich an?“ / „Wie übe ich das freie Sprechen (in der Fremdsprache)“? / „Was wird eigentlich in der B.A.-Arbeit von mir erwartet?“
Die Übung richtet sich an alle Studierenden, die sich derzeit mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Ziel der Übung ist es, die eigene Selbstorganisation zu stärken. Mögliche Übungseinheiten betreffen z.B. die Arbeitsplanung und -organisation, die Strukturierung des Arbeitsprozesses, die Übung von Arbeitstechniken (z.B. Recherchieren, Exzerpieren, Lesestrategien), die Formulierung von Forschungsfragen oder -hypothesen, Literaturrecherche oder die Simulation von mündlichen Prüfungen. Die Übung orientiert sich letztlich am Übungsbedarf der Teilnehmer, so dass seitens der Studierenden weitere Vorschläge gemacht werden können. Die erste Sitzung widmet sich den Fragen, worin der individuelle Übungsbedarf besteht und wie der Arbeitsprozess bis zur mündlichen Bachelorprüfung bzw. bis zur Abfassung der Bachelorarbeit strukturiert sein kann.